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Induktive Höranlage
in der Christuskirche

   
 

Wussten Sie schon, dass laut Statistik mehr als die Hälfte der Menschen über 70 Jahre schwerhörig sind? Auch immer mehr Kirchenbesucherinnen und Besucher gehören zum Kreis der Schwerhörigen. Damit schwerhörigen Gottesdienstbesuchenden ein besseres Verstehen unserer Gottesdienste möglich ist, haben wir in der Christuskirche in diesem Jahr eine induktive Höranlage installiert. Diese Anlage besteht aus einer Ringschleife rund um den Kirchraum, die es Gottesdienstbesuchenden ermöglichen soll, die Übertragung unserer Verstärkeranlage unmittelbar auf dem eigenen Hörgerät zu empfangen.

Solche induktiven Ringschleifen sind in vielen Kirchen vorhanden, und auch in Museen, Theater, Kino (z.B. Liederhalle Stuttgart, Volkshochschule Tübingen). Zudem gilt seit 2010 die „Norm 18040-1“ für Neubauten öffentlicher Gebäude. Darin ist eine Höranlage verpflichtend, sobald eine Lautsprecheranlage vorgesehen ist.

Um die ausgestrahlten Tonsignale in der Christuskirche auf dem eigenen Hörgerät empfangen zu können, muss bei Gottesdienstbeginn der „T-Spulenempfang“ am Hörgerät eingeschaltet werden, sofern das Gerät diese Signale nicht automatisch erkennt. 80 % der in Deutschland erhältlichen Hörgeräte verfügen über eine solche „T-Spule“. Bei einigen Hörgeräten kann es sein, dass sie über eine „T-Spule“ verfügt, diese aber erst von einem Hörgeräteakustiker aktiviert werden muss.

Ausgerechnet die „teuersten“ Hörgeräte verfügen oftmals leider nicht über eine „T-Spule“. Dank der technischen Möglichkeiten ist es heute möglich, derart kleine Hörgeräte herzustellen, dass sie optisch kaum noch auffallen. Die Kehrseite dieser Entwicklung besteht allerdings darin, dass die technischen Möglichkeiten heruntergefahren werden mussten, damit sie immer noch kleiner werden können. Aus diesem Grund wird heute gerade im Bereich der kleinsten und teuersten Hörgeräte auf den Einbau einer „T-Spule“ verzichtet, weil nur so ein noch kleineres Modell möglich wird.

Laut der der Schwerhörigenbeauftragten unserer Landeskirche Pfarrerin Rosemarie Muth ist dies aber ein Anrennen gegen den Trend, denn nicht nur in den USA wird inzwischen massiv auf Induktion gesetzt, auch nach Skandinavien werden ausschließlich Hörgeräte mit aktivierter (!) T-Spule exportiert. Allein in Deutschland wird Hörgerätetragenden suggeriert, dass eine T-Spule nicht nötig sei. Für Pfarrerin Muth drängt sich deshalb der Verdacht auf, dass die Hörgeräteindustrie vor allem daran interessiert ist, ihr relativ teures und nicht von den Krankenkassen erstattungsfähiges Zubehör (Audioschuhe, FM und Bluetooth-Übertragungssysteme) an den Mann oder die Frau zu bringen.

Aus diesem Grund empfiehlt Pfarrerin Muth allen Hörgerätetragenden: „Fragen Sie Ihren Hörakustiker ob Ihr Hörgerät über eine T-Spule verfügt und wie diese aktiviert werden kann. Und bestehen Sie beim Neukauf eines Hörgerätes auf ein Gerät mit T-Spule. Machen Sie klar, dass Sie nicht bereit sind, darauf zu verzichten. Versucht er Sie umzustimmen, wechseln Sie zu einem Anderen. Sie werden hier nicht gut beraten!“


Des Kaisers neue Kleider oder: müssen Hörgeräte klein sein?

Verstehe! Kein Hörgerät ohne T-Spule!

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