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Unsere Osterkerze 2011

Ein Engel für das (Kirchen-) Jahr

Seit dem Ostermorgen brennt sie auf unserem Altar – die neue Osterkerze, die uns als Gemeinde ein Jahr lang in unseren Gottesdiensten begleiten wird, die uns entgegen leuchtet in allem Schönen, was dieses Jahr mit sich bringen wird - die uns entgegen leuchtet in allem Schweren, was wir erleben werden.

Wachsbild nach einem Motiv von Dorette Dingel:In diesem Jahr ist es ein Engel der Künstlerin Dorette Digel, der unsere Osterkerze als Bildmotiv gestaltet. Ein Engel, der uns ein Jahr lang begleiten will.

„Welcher Engel wird uns sagen, dass das Leben weitergeht ...“ – so dichtet Lothar Zenetti in einem Ostergedicht.

Welcher Engel nimmt uns mit hinein in die Wirklichkeit von Ostern, von der auch unsere Osterkerze erzählt? Am frühen Ostermorgen ist es ein Engel, der den drei Frauen begegnet, die sich früh auf den Weg gemacht haben, um den Leichnam Jesu zu salben. Doch statt auf den Leichnam Jesu zu stoßen, begegnen Maria von Magdala und Maria, der Mutter Jesu und Salome einem Engel. Ein Engel der sagt: Ihr sucht Jesus vergeblich bei den Toten. Denn er hat den Tod besiegt. Das Leben geht weiter, im Sinne Jesu.

Ein Engel der den Frauen Ostern nahe bringt. Denn alles was wir von Jesus wissen, wissen wir nur, weil es diese Geschichte gibt, und weil es bei den Frauen zuerst, durch diesen Engel Ostern geworden ist.

Der Engel auf unserer Osterkerze will uns das Geschehen und die frohe Botschaft von Ostern nahe bringen. Kraftvoll und aufrecht steht er da. Einerseits steht er ruhig, zugleich aber gehen gewaltige Bewegungsströme von ihm aus. Alles ist in Bewegung. Gegen alle Todesstarre – in alles, was festgefahren ist, bringt dieser Engel Bewegung. Und die Bewegung, die von diesem Engel ausgeht, sie führt nach oben – hin zum Licht, das uns von dort entgegen strahlt. Gegen alles Dunkel des Todes verweist uns der Engel auf das Licht des Lebens, das im Geschehen des Ostermorgens aufstrahlt.

Den Stein vor dem Eingang des Grabes hat er fortgerollt – der Engel. Er enthüllt eine Wirklichkeit, die jederzeit besteht, aber die wir gefangen in unserem Alltag mit all seinen Sorgen und Ängsten oft nicht sehen.

Der Engel enthüllt ein Bild von Gott, das wir in uns tragen und das wir hören können in unserer Seele. Der Engel weckt die Hoffnung in uns, dass Gott uns zur Seite steht, in allem, was uns freut und belastet. Eine Hoffnung, die uns helfen will, die Steine von uns zu wälzen, die uns die Luft des Lebens nehmen. Oft genug lastet ein Stein auf uns, der uns vom Leben fernhält. Oft genug liegt der Stein gerade da, wo da

s Leben in uns aufblühen möchte. Unter dem Stein, kann das Leben sich nicht entfalten. Der Engel am Ostermorgen – er hat den Stein ins Rollen gebracht. Er will auch unseren Blick weiten für Gottes befreiende Gegenwart.

Eben so, wie es Lothar Zenetti in seinem Ostergedicht formuliert:

Ich fragte:

Wer wird mir

den Stein wegwälzen

von dem Grab

meiner Hoffnung

den Stein

von meinem Herzen

diesen schweren Stein?

Mir ist ein Stein

vom Herzen genommen:

meine Hoffnung

die ich begrub

ist auferstanden

wie er gesagt hat

Er lebt er lebt

Er geht mir voraus!

Lothar Zenetti

Pfarrer Moritz Twele

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